METALLKRAFT Rundbiegemaschinen sind für das schrittweise Umformen ebener Bleche in Bögen, Radien, Schalen, Rohre, Zylinder und, bei entsprechend ausgestatteten Modellen, konische Bauteile ausgelegt. Die Bearbeitung erfolgt durch plastische Kaltumformung beim Durchlauf des Materials zwischen Walzen mit einer definierten Anordnung. Im Gegensatz zu Stanzen, Scheren oder Bohrmaschinen entfernt eine Rundbiegemaschine kein Material und erzeugt weder Löcher noch Schnitte. Ihre Aufgabe besteht darin, eine kontrollierte und möglichst gleichmäßige Krümmung über die nutzbare Arbeitsbreite herzustellen.
Das METALLKRAFT Sortiment umfasst kompakte handbetriebene Modelle, größere manuelle Standmaschinen und motorische Rundbiegemaschinen für breitere Bleche und häufige Einsätze. Manuelle Maschinen eignen sich für Prototypen, Reparaturen, Einzelteile, Kleinserien und Bauteile, die sich ohne Motorunterstützung handhaben lassen. Der Kurbelantrieb vermittelt dem Bediener unmittelbar den Widerstand des Materials und ermöglicht das Anhalten in jeder Position. Motorische METALLKRAFT Rundbiegemaschinen gewährleisten einen gleichmäßigeren Vorschub, reduzieren den körperlichen Kraftaufwand und lassen beide Hände zum Abstützen und Ausrichten des Blechs frei. Die Bedienung per Fußschalter erleichtert das Starten und Stoppen während der Werkstückführung.
Zu den typischen Anwendungen gehören Lüftungskanäle, Rohrabschnitte, Übergänge, Dachelemente, Dachrinnen, Schutzabdeckungen, Gehäuse, gebogene Paneele, drucklose Behälter, Verkleidungen, Metallmöbel, Karosserieteile, Prototypen, Metallwaren und Haushaltszubehör. METALLKRAFT Rundbiegemaschinen werden daher von Spenglern, Metallbauern, Schlossereien, mechanischen Werkstätten, Automobilbetrieben, Instandhaltungsabteilungen und Herstellern von Anlagenverkleidungen verwendet.
Das Funktionsprinzip einer Dreiwalzen-Rundbiegemaschine beruht auf dem Zusammenspiel von Einzugswalzen und verstellbarer Biegewalze. Das Blech wird geklemmt und vorgeschoben, während die versetzte Biegewalze die Krümmung erzeugt. Eine stärkere Zustellung oder eine Verringerung des wirksamen Walzenabstands führt zu einem engeren Radius. Der fertige Durchmesser hängt nicht nur von der Maschineneinstellung ab, sondern auch von Walzendurchmesser, Blechdicke, Arbeitsbreite, Werkstofffestigkeit, Werkstoffzustand, Walzrichtung und Rückfederung.
Bei asymmetrischen Dreiwalzenmaschinen klemmen und transportieren Ober- und Unterwalze das Blech, während eine seitliche beziehungsweise hintere Walze die Biegewirkung erzeugt. Diese Anordnung erleichtert den anfänglichen Einzug und kann das Vorbiegen der Werkstückenden unterstützen. Maschinen mit einer anderen Walzenanordnung können eine abweichende Bedienfolge erfordern. Deshalb müssen Einstellungen und Arbeitsverfahren immer auf das konkrete METALLKRAFT Modell abgestimmt werden.
Vor dem Rundbiegen wird das Blech auf das vorgesehene Ausgangsmaß zugeschnitten, entgratet und gereinigt. Grate, Zunder, Schweißspritzer, Späne, Beulen und anhaftende Rückstände können Walzen und Sichtflächen beschädigen oder den geraden Durchlauf stören. Parallele und gerade Zuschnittkanten sind besonders wichtig, wenn ein zylindrisches Bauteil entstehen soll. Ein trapezförmiger Zuschnitt oder ein schräg eingeführtes Blech neigt auch bei parallel eingestellten Walzen zur Kegelbildung.
Die Vorderkante muss parallel zu den Walzenachsen eingeführt werden. Beide Seiten sollen gleichzeitig greifen und während des Durchlaufs gleichmäßig unterstützt bleiben. Läuft eine Seite früher ein, wandert das Blech seitlich und der Radius kann sich über die Breite verändern. Lange und schwere Zuschnitte benötigen Stützböcke, Rollenauflagen oder Zusatztische auf Höhe des Einlaufs. Das Gewicht eines ungestützten Werkstücks darf nicht durch starkes Verdrehen unmittelbar vor den Walzen ausgeglichen werden, da dadurch Verformungen und seitliche Wellenbelastungen entstehen.
Für die Herstellung eines Zylinders müssen die seitlichen Einstellungen symmetrisch bleiben. Unterschiedliche Positionen an den Enden der Biegewalze erzeugen unterschiedliche Radien und damit einen Konus. Vor Arbeitsbeginn wird die Walzenparallelität anhand der Skalen, Anzeigen oder mechanischen Bezugspunkte der METALLKRAFT Maschine kontrolliert. Bei wiederkehrenden Arbeiten unterstützt das Dokumentieren der Einstellpositionen die Reproduzierbarkeit.
Die Rundung sollte in mehreren aufeinanderfolgenden Durchgängen entstehen. Der erste Durchlauf erzeugt eine Anfangskrümmung und zeigt, ob das Blech gerade eingezogen wird. Weitere Durchgänge erhöhen schrittweise die Umformung, bis der gewünschte Radius erreicht ist. Der Versuch, den Enddurchmesser in einem einzigen Durchlauf herzustellen, kann zu übermäßigem Kraftbedarf, Schlupf, Oberflächenabdrücken, Ovalität und ungleichmäßiger Krümmung führen. Zwischen den Durchgängen wird der Radius mit Schablone, Musterteil oder geeignetem Messmittel geprüft.
Nach dem Austritt aus den Walzen öffnet sich das Material durch elastische Rückfederung teilweise. Das Ausmaß hängt von Werkstoff, Festigkeit, Dicke, Radius und Walzrichtung ab. Die Maschine muss deshalb eine geringfügig engere Krümmung erzeugen als das geforderte Endprofil. Die erforderliche Korrektur darf nicht ausschließlich aus Erfahrungen mit einer anderen Legierung übernommen werden. Eine Probe aus demselben Material, mit gleicher Dicke und Orientierung, liefert eine verlässlichere Grundlage.
Eine besondere Herausforderung sind die geraden Reststücke an Anfang und Ende des Blechs. Diese Bereiche erhalten zunächst nicht dieselbe Biegewirkung wie der mittlere Abschnitt. Ohne Vorbiegen können die Enden beim Schließen des Zylinders nicht gleichmäßig zusammentreffen. Soweit die Maschinenkonfiguration dies erlaubt, verkürzt die Vorbiegung diese geraden Zonen. Dabei wird gewöhnlich eine Kante vorgeformt, das Blech gewendet oder neu positioniert, die zweite Kante vorgebogen und anschließend die gesamte Abwicklung gerundet.
Beim Vorbiegen ist eine kontrollierte Zustellung erforderlich, weil das Material nahe der Kante weniger abgestützt ist. Eine zu starke Einstellung kann statt eines gleichmäßigen Radius einen scharfen Knick erzeugen. Ziel ist es, beide Enden an den Radius des Mittelbereichs anzunähern, ohne sichtbare Flachstellen oder Kanten zu hinterlassen. Bei längs geschweißten Zylindern sollen die Enden geometrisch passend zusammentreffen, damit sie beim Heften nicht mit übermäßiger Kraft ausgerichtet werden müssen.
Zum Entnehmen eines geschlossenen Zylinders muss sich die Oberwalze öffnen oder ausklinken lassen. Vor dem Lösen wird das Bauteil abgestützt, damit sein Gewicht nicht plötzlich auf Welle oder Bediener wirkt. Vor der nächsten Bearbeitung ist die Verriegelung der Walze wieder vollständig zu schließen und zu prüfen. Ein komfortabler Ausklinkmechanismus ist ein wichtiges Auswahlkriterium für Betriebe, die regelmäßig Rohre, Schalen und zylindrische Abdeckungen herstellen.
Für Kegel ist eine kontrolliert unterschiedliche Einstellung an beiden Walzenenden oder eine besondere Führung erforderlich. Die Seite mit dem kleineren Durchmesser wird stärker umgeformt und muss einen anderen Weg zurücklegen als die große Seite. Nicht jede METALLKRAFT Rundbiegemaschine ist für konische Werkstücke vorgesehen. Unabhängige Seitenverstellung, Führungseinrichtungen und die ausdrückliche Eignung des Modells müssen vor dem Kauf geprüft werden.
Der kleinste erreichbare Durchmesser wird wesentlich vom Durchmesser der Oberwalze bestimmt, zusätzlich aber von Blechdicke, Elastizität und Arbeitsbreite beeinflusst. Es kann nicht angenommen werden, dass der fertige Zylinder denselben Durchmesser wie die Walze erreicht, da das Material eine eigene Dicke besitzt, der Umformung widersteht und nach dem Durchlauf zurückfedert. Für enge Radien ist die ausdrückliche Leistungsfähigkeit des jeweiligen Modells zu prüfen.
Die Werkstückbreite beeinflusst Kraftbedarf und Maschinendurchbiegung. Ein schmaler Streifen belastet die Maschine anders als ein Blech über die gesamte Arbeitsbreite. Bei breiten Werkstücken sind Steifigkeit von Rahmen und Walzen entscheidend, damit der Radius zwischen Mitte und Enden gleichmäßig bleibt. Übermäßige Durchbiegung kann den Zylinder in der Mitte weiter öffnen oder ein tonnenförmiges Profil erzeugen.
Die Biegekapazität muss immer auf den von METALLKRAFT angegebenen Referenzwerkstoff bezogen werden. Baustahl, Edelstahl, Aluminium, Kupfer, Messing, Zink und andere Legierungen besitzen unterschiedliche Festigkeiten und Rückfederungen. Ein hochfester Werkstoff kann bei gleicher Dicke eine wesentlich größere Maschinenkapazität benötigen. Modelle dürfen daher nicht ausschließlich anhand der nominellen Blechdicke verglichen werden.
Weicher Baustahl zeigt meist ein gleichmäßiges und gut einschätzbares Umformverhalten. Edelstahl benötigt höhere Kräfte, federt stärker zurück und kann bei wiederholter Verformung kaltverfestigen. Aluminium lässt sich häufig leichter runden, bestimmte Legierungen können jedoch reißen oder Druckstellen annehmen. Kupfer und Messing besitzen unter geeigneten Bedingungen eine gute Formbarkeit, können durch mehrere Durchgänge jedoch aushärten. Lackierte, polierte und beschichtete Bleche verlangen saubere Walzen und eine gleichmäßige Druckverteilung.
Jede Kerbe, eingelagerte Verunreinigung oder Riefe auf der Walzenoberfläche kann auf ein Sichtbauteil übertragen werden. Aggressive Schleifmittel dürfen nicht zur Reinigung der Arbeitsflächen verwendet werden, da sie die Oberfläche verändern und Längsriefen verursachen können. Eine Schutzfolie darf nur auf dem Blech verbleiben, wenn sie den Einzug nicht vermindert und keine Falten zwischen Material und Walze bildet. Vor der Bearbeitung des Fertigteils empfiehlt sich eine Probe mit Restmaterial derselben Charge.
Manuelle METALLKRAFT Rundbiegemaschinen eignen sich für begrenzte Stückzahlen und ohne Motorhilfe handhabbare Werkstücke. Mit der Kurbel lässt sich die Bewegung unmittelbar anhalten, allerdings benötigt der Bediener eine Hand für den Antrieb. Breitere Bleche können deshalb eine zweite Person oder eine passende Werkstückauflage erfordern. Die Maschine muss auf einem steifen Tisch oder Untergestell befestigt sein, da Bewegungen des Unterbaus Ausrichtung und Sicherheit beeinträchtigen.
Motorische METALLKRAFT Rundbiegemaschinen eignen sich besser für regelmäßigen Einsatz, breitere Werkstücke und Materialien, die einen gleichmäßigen Einzug verlangen. Eine konstante Drehbewegung unterstützt die gleichmäßige Krümmung. Der Fußschalter lässt beide Hände zur Werkstückführung frei, während eine Drehrichtungsumkehr das Zurückführen und wiederholte Durchlaufen erleichtert. Vor dem Kauf sind Anordnung der Bedienelemente, Reaktion beim Stoppen, Rechts- und Linkslauf sowie Zugänglichkeit der Walzeneinstellungen zu bewerten.
Asymmetrische Dreiwalzenmaschinen bieten praktische Vorteile beim Einziehen und Vorbiegen der Enden. Die Auswahl zwischen Hand- und Motorantrieb, Tisch- und Standmodell sowie symmetrischer oder asymmetrischer Walzenanordnung richtet sich nach dem anspruchsvollsten geplanten Bauteil. Eine Maschine für kleine Abdeckungen oder Rohrstücke besitzt möglicherweise nicht die Arbeitsbreite, Steifigkeit und Umformleistung für größere Schalen und Zylinder.
Wichtige Kaufkriterien sind nutzbare Arbeitsbreite, werkstoffbezogene Kapazität, Durchmesser und Länge der Walzen, symmetrische oder asymmetrische Anordnung, Einstellmöglichkeit der Biegewalze, Vorbiegefunktion, Ausklinkung der Oberwalze, erreichbarer Mindestdurchmesser, Eignung für Kegel, Rahmensteifigkeit und Antriebsart. Ebenso zu berücksichtigen sind Arbeitshöhe, freier Raum vor und hinter der Maschine, Abstützung langer Bleche sowie Verfügbarkeit von METALLKRAFT Service und Ersatzteilen.
Zur regelmäßigen Wartung gehören das Reinigen der Walzen, die Kontrolle von Parallelität und Verriegelungen und die Schmierung von Zahnrädern, Lagern, Buchsen, Gelenken und Einstellspindeln an den von METALLKRAFT vorgesehenen Stellen. Walzenoberflächen müssen frei von Korrosion, Beulen und anhaftenden Rückständen bleiben. Übermäßiges Wellenspiel oder ungleichmäßig laufende Einstellungen können Radiusabweichungen verursachen und erfordern eine technische Prüfung.
Walzen werden nicht wie Schermesser geschärft. Verformte, geriefte oder verschlissene Walzen müssen geprüft und, sofern zulässig, fachgerecht nachgeschliffen oder ersetzt werden. Unkontrolliertes Handschleifen kann Rundlauf, Parallelität und Oberflächenqualität beeinträchtigen. Auch das Antriebssystem muss korrekt eingestellt und vor Verschmutzung geschützt bleiben; Schmierstoff darf nicht auf die Kontaktfläche zwischen Walze und Blech gelangen.
Hände, Handschuhe und Kleidung bleiben außerhalb der Einzugsstellen zwischen den Walzen. Das Werkstück wird seitlich unterstützt, ohne die Finger in den Walzenspalt zu bringen. Bei motorischen Maschinen muss der Fußschalter stabil positioniert und gegen unbeabsichtigtes Betätigen geschützt sein. Einstellung, Reinigung, Wartung und Ausklinken der Oberwalze erfolgen ausschließlich bei stillstehender und von der Energieversorgung getrennter Maschine. Große oder schwere Werkstücke benötigen geeignete Hebe- und Stützeinrichtungen.
Manuelle und motorische METALLKRAFT Rundbiegemaschinen bieten kompakte und professionelle Lösungen für gleichmäßige Bögen, Schalen, Zylinder und geformte Blechbauteile. Tadaah stellt die technischen Informationen zum Vergleich von Antriebsart, Walzenanordnung, Arbeitsbreite, Biegekapazität und Vorbiegefunktion bereit und unterstützt Metallbauer, Spengler, Werkstätten und Fertigungsabteilungen bei der Wahl der richtigen Maschine für Werkstoff, Geometrie und Einsatzhäufigkeit.