Die elektrohydraulischen Pressen von METALLKRAFT und OMCN sind professionelle Werkstattmaschinen für kontrollierte Montage-, Demontage-, Einpress-, Auspress-, Richt-, Kompressions- und Fügearbeiten an mechanischen Bauteilen. Die angebotenen Maschinen gehören zur gleichen grundsätzlichen Bauart motorisch betriebener Hydraulikpressen, können sich jedoch hinsichtlich Arbeitskapazität, Rahmenabmessungen, Hydrauliksystem, Bedienung, Kolbenbewegung, Arbeitsgeschwindigkeit, Tischverstellung und weiterer konstruktiver Merkmale unterscheiden. Der elektrohydraulische Antrieb reduziert den manuellen Kraftaufwand und macht diese Pressen besonders interessant für Werkstätten und Produktionsbereiche, in denen Pressarbeiten häufig, wiederholbar oder unter höheren Belastungen durchgeführt werden.
Im Vergleich zu einer ausschließlich manuell betätigten Hydraulikpresse wird der erforderliche Hydraulikdruck bei einer elektrohydraulischen Presse durch ein motorisiertes Hydraulikaggregat erzeugt. Dadurch kann der Arbeitsablauf effizienter gestaltet und der Bediener körperlich entlastet werden. Je nach Maschinenkonfiguration stehen unterschiedliche Lösungen für die Bewegung des Presskolbens und die Steuerung des eigentlichen Pressvorgangs zur Verfügung. Gerade bei Übermaß- und Presspassungen ist dies von Bedeutung, da nicht nur eine hohe Kraft, sondern vor allem eine progressive, achsgerechte und kontrollierbare Krafteinleitung erforderlich ist.
Elektrohydraulische Pressen von METALLKRAFT und OMCN eignen sich zum Ein- und Auspressen von Lagern, Buchsen, Hülsen, Bolzen, Wellen, Zahnrädern, Naben, Riemenscheiben, Kupplungen, Lagerelementen, Silentblöcken und vielen weiteren mechanischen Komponenten mit Press- oder Übermaßpassungen. Darüber hinaus können sie zum Lösen festsitzender Bauteile, für kontrollierte Richtarbeiten sowie für verschiedene Montage- und Instandhaltungsaufgaben eingesetzt werden.
Eine zentrale Voraussetzung für fachgerechte Pressarbeiten ist die genaue Ausrichtung von Presskolben, Druckwerkzeug und Werkstück. Die erzeugte Kraft sollte möglichst entlang der geometrischen Achse des Füge- oder Demontagevorgangs wirken. Eine außermittige Belastung kann unerwünschte Biegemomente erzeugen, das Werkstück verformen, ein Verkanten beim Einpressen verursachen und den Presskolben beziehungsweise den Rahmen mit Querkräften belasten. Das Werkstück muss deshalb auf stabilen und ausreichend dimensionierten Auflageflächen abgestützt werden, die möglichst symmetrisch zur Krafteinleitung angeordnet sind.
Der höhenverstellbare Arbeitstisch ermöglicht die Anpassung der Maschine an unterschiedliche Werkstück- und Vorrichtungshöhen. Eine geeignete Tischposition reduziert unnötig große Kolbenwege, verbessert die Steifigkeit des gesamten Aufbaus und erleichtert die Ausrichtung. Das Bauteil sollte möglichst so positioniert werden, dass der Kolben nur den tatsächlich benötigten Weg zurücklegen muss und gleichzeitig genügend Platz für Druckwerkzeuge, Auflagen und den späteren Ausbau des Werkstücks vorhanden ist.
Bei großen Werkstücken, langen Wellen, kompletten Baugruppen oder asymmetrisch geformten Komponenten ist der verfügbare Arbeitsraum innerhalb des Pressenrahmens ebenso wichtig wie die mögliche Presskraft. Die nutzbare Breite zwischen den Rahmenständern, die verfügbare Höhe, die Tischverstellung und die Position des Presskolbens können darüber entscheiden, ob ein bestimmtes Bauteil überhaupt fachgerecht bearbeitet werden kann. Eine leistungsfähige Presse ist für eine Anwendung nur dann geeignet, wenn Werkstück und erforderliche Vorrichtungen sicher im Arbeitsbereich angeordnet werden können.
Beim Einpressen zylindrischer Komponenten mit Übermaßpassung müssen beide Teile bereits vor dem Aufbringen größerer Kräfte möglichst genau fluchten. Der Einpressvorgang sollte zunächst kontrolliert begonnen werden. Dabei wird geprüft, ob das Bauteil gleichmäßig und rechtwinklig in die Aufnahme eintritt. Steigt der Widerstand ungewöhnlich schnell an, sollte der Vorgang unterbrochen und die Ausrichtung, die tatsächlichen Abmessungen, der Oberflächenzustand sowie das Vorhandensein von Graten oder Verunreinigungen überprüft werden. Eine weitere Erhöhung der Presskraft bei einem verkanteten Bauteil kann zu Fressen, Riefenbildung, Verformungen der Aufnahme und dauerhaften Schäden führen.
Beim Ein- und Auspressen von Wälzlagern ist darauf zu achten, dass die Presskraft direkt auf denjenigen Lagerring übertragen wird, an dem die Presspassung vorhanden ist. Sitzt der Innenring mit Übermaß auf einer Welle, muss die Kraft am Innenring eingeleitet werden. Ist der Außenring fest in einem Gehäuse montiert, sollte die Kraft auf den Außenring wirken. Eine Übertragung der Presskraft über die Wälzkörper kann Laufbahnen beschädigen und die Lebensdauer des Lagers erheblich reduzieren. Geeignete Montagehülsen, Druckringe und speziell angepasste Werkzeuge sorgen für eine gleichmäßige Kraftverteilung und eine korrekte Ausrichtung des Lagers.
Dieselben Grundlagen gelten für Buchsen, Hülsen und ähnliche Bauteile. Das Druckwerkzeug sollte möglichst gleichmäßig auf der vorgesehenen Fläche aufliegen und keine unerwünschte punktuelle Belastung erzeugen. Passende Montagehülsen, Druckplatten und Formwerkzeuge erleichtern die gleichmäßige Kraftübertragung und halten das Bauteil während des gesamten Vorgangs in der richtigen Position.
Bei mechanischen Pressverbindungen sind die Maßtoleranzen von entscheidender Bedeutung. Für Übermaßpassungen existiert kein einzelner allgemein gültiger Wert. Das erforderliche Übermaß hängt vom Nenndurchmesser, den Werkstoffen, der Länge der Kontaktfläche, der Funktion der Verbindung, der Betriebstemperatur sowie von den Kräften oder Drehmomenten ab, die später übertragen werden müssen. Grundlage für eine professionelle Montage sind deshalb die technische Zeichnung, die festgelegten Toleranzen und die vom Konstrukteur vorgesehenen Passungsklassen.
Bereits geringe Maßabweichungen können die erforderliche Einpresskraft deutlich verändern. Eine leichte Übermaßpassung an einem kleinen Bauteil stellt vollkommen andere Anforderungen als eine Verbindung mit großem Durchmesser und langer Kontaktfläche. Für die Auswahl der Presse sollten deshalb neben der Bauteilgröße auch der tatsächliche Fügedurchmesser, die Einpresslänge, das erwartete Übermaß, die Oberflächenqualität, die Werkstoffe und die Schmierungsbedingungen betrachtet werden.
Der Zustand der Passflächen wirkt sich unmittelbar auf den Pressvorgang aus. Korrosion, Grate, Verschmutzungen, Bearbeitungsrückstände, Kratzer oder eine ungeeignete Oberflächenbeschaffenheit können die Reibung erhöhen und zu einem ungleichmäßigen Einpressverhalten führen. Vor der Montage sollten alle Kontaktflächen sorgfältig gereinigt und die Einführbereiche kontrolliert werden. Wenn konstruktiv vorgesehen, kann eine geeignete Einführfase das anfängliche Zentrieren erleichtern und die Gefahr des Verkantens reduzieren.
Bei präzisen Passungen empfiehlt sich eine Maßkontrolle von Welle und Bohrung vor dem Einpressen. Dafür sollten Messmittel verwendet werden, deren Genauigkeit der geforderten Toleranz entspricht. Durch die Ermittlung der tatsächlichen Abmessungen lässt sich das reale Übermaß feststellen und besser beurteilen, ob die Montagebedingungen den konstruktiven Vorgaben entsprechen.
Wenn es die technische Spezifikation erlaubt, können bestimmte Presspassungen zusätzlich durch thermische Fügeverfahren unterstützt werden. Durch kontrolliertes Erwärmen des äußeren oder Abkühlen des inneren Bauteils lassen sich die Abmessungen vorübergehend verändern und die erforderliche Montagekraft reduzieren. Dabei müssen Werkstoffeigenschaften, Wärmebehandlungen, Beschichtungen, Dichtungen und zulässige Temperaturbereiche berücksichtigt werden.
Speziell angefertigte Pressvorrichtungen sind ein wesentlicher Bestandteil der professionellen Nutzung elektrohydraulischer Pressen. Die Maschine erzeugt die erforderliche Kraft, die Genauigkeit und Wiederholbarkeit des Prozesses hängt jedoch maßgeblich davon ab, wie das Werkstück abgestützt, positioniert und geführt wird. Bei wiederkehrenden Arbeiten ist daher die Herstellung geeigneter Vorrichtungen wie Formauflagen, Führungsbuchsen, Druckringe, Dorne, Platten, Prismen oder Zentrierelemente sinnvoll.
Eine korrekt ausgelegte Vorrichtung verteilt die Presskraft auf die vorgesehenen Flächen, hält die Werkstückachse zur Pressenachse ausgerichtet und verhindert seitliche Bewegungen während des Arbeitsvorgangs. Gleichzeitig müssen sämtliche Vorrichtungselemente ausreichend fest und steif dimensioniert sein. Improvisierte Auflagen oder Bauteile mit unbekannter Belastbarkeit sollten für hohe Presskräfte nicht eingesetzt werden.
Bei Richtarbeiten ist die Anordnung der Auflagepunkte in Verbindung mit dem Angriffspunkt der Presskraft besonders wichtig. Eine Veränderung des Abstands zwischen den Auflagen verändert das Biegeverhalten des Werkstücks. Richtvorgänge sollten deshalb schrittweise ausgeführt und die Geometrie des Bauteils regelmäßig kontrolliert werden, anstatt die gesamte Korrektur mit einem einzigen Pressvorgang erreichen zu wollen. Dies gilt insbesondere für Wellen, Platten, geschweißte Konstruktionen und Bauteile, bei denen mit elastischer Rückfederung zu rechnen ist.
Der motorisch erzeugte Hydraulikdruck macht elektrohydraulische Pressen besonders für wiederkehrende Werkstattarbeiten interessant. Der Bediener kann sich stärker auf Werkstück, Vorrichtung und Prozess konzentrieren, während das Hydraulikaggregat die notwendige Kraft bereitstellt. Bei Maschinen mit unterschiedlichen Bewegungs- oder Arbeitsgeschwindigkeiten kann ein schnellerer Vorschub für die Annäherung an das Werkstück und eine kontrolliertere Bewegung für den eigentlichen Pressvorgang genutzt werden. Diese Kombination aus Produktivität und kontrollierter Krafteinleitung ist ein wesentlicher Vorteil elektrohydraulischer Pressen bei professionellem Dauereinsatz.
Vor dem Kauf sollte auch die vorgesehene Nutzungshäufigkeit berücksichtigt werden. Eine Werkstatt, die gelegentlich kleinere Komponenten bearbeitet, stellt andere Anforderungen an die Maschine als ein Instandhaltungs- oder Produktionsbereich, in dem täglich Presspassungen montiert, Baugruppen zerlegt oder Richtarbeiten ausgeführt werden. Nutzungshäufigkeit, durchschnittliche Werkstückgröße, typische Presskräfte, Zugänglichkeit und gewünschte Kontrolle des Arbeitsablaufs beeinflussen die richtige Maschinenwahl.
Auch die Position und Nutzbarkeit des Presskolbens können bei der Auswahl von Bedeutung sein. Maschinen mit größerer Flexibilität bei der Krafteinleitung können Vorteile bieten, wenn komplex geformte Bauteile aus geometrischen Gründen nicht exakt mittig unter einem feststehenden Kolben positioniert werden können. Dies ist insbesondere im Werkzeugbau, in Instandhaltungsbetrieben und bei Arbeiten an komplexen Baugruppen interessant, wobei stets die vom Hersteller vorgesehenen Belastungsbedingungen einzuhalten sind.
Elektrohydraulische Pressen von METALLKRAFT und OMCN werden in mechanischen Werkstätten, Werkzeug- und Vorrichtungsbaubetrieben, Metallbauunternehmen, industriellen Instandhaltungsabteilungen, Maschinenbaubetrieben, Kfz-Werkstätten, Reparaturbetrieben, Unternehmen für die Überholung von Werkzeugmaschinen sowie in Montage- und Produktionsabteilungen eingesetzt.
Bei der Wartung und Überholung von Werkzeugmaschinen können sie beispielsweise für Arbeiten an Wellen, Lagern, Buchsen, Riemenscheiben, Aufnahmen, Spindelbaugruppen und anderen eingepressten Maschinenelementen eingesetzt werden. In Kfz-Werkstätten eignen sie sich für Lager, Naben, Buchsen, Silentblöcke und andere eingepresste Fahrzeugkomponenten. Werkzeugbaubetriebe nutzen Pressen für Montage- und Demontagearbeiten an Werkzeugen und Vorrichtungen. Im Metallbau können geeignete Richt- und Montagearbeiten durchgeführt werden, sofern die Geometrie des Werkstücks und die Arbeitsbedingungen für eine Werkstattpresse geeignet sind.
Für eine effiziente Nutzung sollte der Arbeitsbereich sorgfältig vorbereitet und die passende Auflage- und Pressvorrichtung bereits vor dem Aufbau der Kraft ausgewählt werden. Das Werkstück muss während des gesamten Pressvorgangs beobachtet werden. Ein unerwartetes Verrutschen, Verkanten oder ein ungewöhnlicher Anstieg des Widerstands sollte immer dazu führen, den Arbeitsvorgang zu unterbrechen und die Einrichtung erneut zu überprüfen.
Die komfortable Bedienung einer elektrohydraulischen Presse darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Maschine sehr hohe Kräfte erzeugen kann. Die Qualität der Arbeit hängt deshalb wesentlich von der Vorbereitung des Werkstücks, der richtigen Vorrichtung und der Erfahrung des Anwenders ab. Eine leistungsstärkere Presse ist nicht automatisch die bessere Lösung. Entscheidend ist eine Maschine, deren Kraft, Arbeitsraum, Bedienbarkeit und Flexibilität zur tatsächlichen Anwendung passen.
Tadaah bietet elektrohydraulische Pressen von METALLKRAFT und OMCN für unterschiedliche professionelle Anforderungen und unterstützt bei der Auswahl einer für den jeweiligen Einsatz geeigneten Maschine. Für eine technisch korrekte Auswahl sollten Art und Abmessungen des zu montierenden oder zu demontierenden Bauteils, die Passungsart, das erwartete Übermaß, die Nutzungshäufigkeit, der Bedarf an speziellen Vorrichtungen und der notwendige Arbeitsraum berücksichtigt werden. Eine passend dimensionierte Presse verbessert Produktivität, Kontrolle und Wiederholgenauigkeit und reduziert gleichzeitig das Risiko von Schäden an hochwertigen mechanischen Komponenten.